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Independent Artists’ Association – Platform and Experimental Ground for Dance, Performance and related Art Forms

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Im_flieger IN_FORSCHUNG STOFFWECHSEL WERKSTATT /ARTIST’s SPACE

INTERVENTIONEN

Mi 11.10. 2017 // 20:00 ETHIK DER KÖRPER – dialogische Lecture / Arno Böhler (AT) & Susanne Valerie Granzer (AT)
Ein Körper ist kein Körper, weil es Körper nur in Beziehung zu anderen Körpern gibt – singular plural. Denken wir Körper als Form des Mit-sein mit anderen, dann treten sie immer schon als exponiertes Moment eines weltweiten Gefüges auf, dem sie zugehören. Endet das Leben eines Körpers nicht an der Oberfläche seiner physischen Form, dann stellt sich die Frage, wo sich die Grenzen gelebter Körperlichkeit zeigen?
Ein Hinweis in Richtung auf eine mögliche Beantwortung dieser Frage mag uns die Bühne als Ort der Exponiertheit der Körper geben. Sie stellt die Ausgesetztheit der Körper aus, zeigt ihre Verletzlichkeit, die sie immer schon vor das Antlitz anderer stellt, mit dem Appell, sie zu achten, sie zu schonen. Ein solcher Appell bezieht sich auf einen real existierenden Körper, der sich an andere wendet. Er ist daher beides zumal: ethisch und ästhetisch.

Arno Böhler (AT) ist Universitätsdozent am philosophischen Institut der Universität Wien sowie an der Universität für angewandte Kunst Wien und Gründer des Philosophie-Performance-Festivals Philosophy On Stage. Forschungsaufenthalte: Universität Bangalore, Universität Heidelberg, New York University, University of Princeton. Gastprofessuren an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, der Universität Wien, der Hochschule der Künste Bremen und der Universität für angewandte Kunst Wien. Derzeit leitet er das FWF-Forschungsprojekt „Künstlerphilosoph_innen. Philosophie ALS künstlerische Forschung“ an der Universität für angewandte Kunst Wien, gefördert vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF): AR275-G21.

Susanne Valerie Granzer (AT) ist Univ.Prof.MMag.Dr.phil., Schauspielerin (Basel/Düsseldorf/Frankfurt/Berlin/Wien), Professorin an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien / Max Reinhardt Seminar. Studium der Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität Wien. Promotion 1995. 1997 Gründung der wiener kulturwerkstätte GRENZ_film gemeinsam mit dem Philosophen Arno Böhler. Zahlreiche Lecture-Performances im In- und Ausland. Mitbegründerin des Festivals „Philosophy On Stage“.

Mo 16.10.17 / 20:00 // ) ( ) ( / Versuchsanordnung / Nikolaus Gansterer
Nikolaus Gansterer beschäftigt sich in seiner künstlerischen Praxis mit Fragen der Notation von Wahrnehmungsprozessen und der Emergenz von Sinn und Sinnlichem. An Hand einer experimentellen Versuchsanordnung aus Objekten, Texten und Zeitmessern wird Gansterer über wesentliche Bezugspunkte seiner diagrammatischen Herangehensweise reflektieren sowie die Anwesenden einladen seinen installativen Score schrittweise im Raum zu aktivieren und zu testen. Der Bildhauer und Performer interessiert sich dabei speziell für die Frage wie Objekte entlang der Kategorien Raum und Zeit, Bewegung und Imagination erweitert werden können um die imaginären Grenzen zwischen Denken und Materie, Werk, Umfeld und Rezipienten zu unterwandern.

Nikolaus Gansterer (AT), geboren 1974, lebt und arbeitet in Wien. Kunststudium an der Universität für angewandte Kunst Wien, bei Brigitte Kowanz. Postgraduale Studien an der Jan van Eyck Akademie in Maastricht, in den Niederlanden. Gründungsmitglied des Instituts für transakustische Forschung sowie des Soundkollektivs The Vegetable Orchestra. Lehrtätigkeit an der Universität für Angewandte Kunst, Wien, zur Zeit dort als Gastprofessor am Zentrum Fokus Forschung tätig. Als Künstler, Performer und Researcher untersucht er das relationale Feld zwischen Zeichnen, Denken und Handeln. Nikolaus Gansterer beschäftigt sich in Form von Installationen und Performances mit der Übersetzbarkeit von Wahrnehmungsphänomenen in ein künstlerisches Umfeld. In seinen transmedialen Arbeiten fokussiert er sich auf ephemäre und emergente Prozesse und legt dadurch immanente Vernetzungsstrukturen offen, dabei gelingt es ihm die scheinbaren Grenzen zwischen Natur und Kultur, Kunst und Philosophie zu hinterfragen. Gansterers Faszination für komplexe diagrammatische Figurationen führten zu dem umfangreichen Buchprojekt Drawing a Hypothesis über die Ontologie von Visualisierungsformen und die Entwicklung der diagrammatischen Perspektive in Kunst und Wissenschaft. Von 2014 – 2017 leitet er das künstlerische PEEK-Forschungsprojekts Choreographic Figures: Deviations from the Line um neuartige Notationsformen zwischen Zeichen, Schreiben und Choreographie zu entwickeln.

Di 17.10.17 / 20:00 // CAT CALL / Sound Intervention / TE-R (Thomas Wagensommerer & Louise Linsenbolz)
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TE-R, Variables Kollektiv für künstlerische Arbeit. TE –R, gegründet von Louise Linsenbolz (DE/AT) und Thomas Wagensommerer (AT) in Wien, 2014. Auseinandersetzung mit der Verschränkung von Film, Video und Installation. Konzeption von Neudeutungen des erweiterten medialen Raums und seinen dramaturgischen Möglichkeiten. Erarbeitung originärer Überästhetisierung. Transformation und Nutzbarmachung von gefundenem Material und Entwicklung genuiner Strategien zur körperlicher Wirksamkeit.
Aufführungen / Screenings / Installationen (Auswahl):
​Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt, Tanzquartier Wien, Konzerthaus Wien, Festival Des Cinémas Différents Et Expérimentaux De Paris, Al Este de Lima, Shed 8 Bregenz, Palais Kabelwerk Wien, Radiokulturhaus Wien, Galerie Zimmermann Kratochwill Graz, Stadssschouwburg Sint-Niklaas, Wien Modern, etc.

Do 19.10.17 / 20:00 // TEXTEN / Lesung / David Ender & Jack Hauser und Sabina Holzer & Kilian Jörg und Gäste
Lesen, Schreiben und Stoffwechseln.
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DAVID ENDER (AT) geboren in Wodonga, lebt in Wien. Musiker, Komponierer, Performer, Improvisierer, Autor, Übersetzer, Horti- und Webkulturist. Mitglied von, arbeitete oder arbeitet mit: Freier Puls, Jack Hauser, F.Wake, Ent-Art Orckesta, Miki Malör, Lux Flux, tiefe Töne, Stoned Genies, Andrea Bold/TVE, corpus, brpobr, Tanzmontage, Miryam van Doren, Saira Blanche Theatre, und vielen anderen.

JACK HAUSER (AT) wurde 1958 in Horn/NÖ geboren. Nach seiner Arbeit als Chemiker studierte er elektroakustische Musik in Wien von 1983–86. 1994 Gründungsmitglied der Performancebande Lux Flux. 2003 beginnt die Zusammenarbeit mit Milli Bitterli und ab 2005 zahlreiche gemeinsame Werke mit Sabina Holzer. Weiters gestaltet er performative bildnerische Interventionen und experimentelle Arbeiten mit diversen Materialien, die seit 1999 als Wohnung Miryam van Doren betrieben und betreut werden. 2010 wurde während der Triennale 1.0 die mobile Version dieser Wohnung und 2013 die Wandinstallation Carte de Tendre im Lentos Kunstmuseum Linz ausgestellt. Starkes Interesse an kollektiver, kooperativer künstlerischer Arbeit, u.a. mit Daniel Aschwanden, Thomas Ballhausen, David Ender, Karlheinz Essl, Philipp Gehmacher, Satu Herrala, Lisa Hinterreithner, Anne Juren, Krõõt Juurak, Inge Kaindlstorfer, Barbara Kraus, Elke Silvia Krystufek, Machfeld, Jeroen Peeters, Markus Schinwald, Oleg Soulimenko, Myriam Van Imschoot, Simon Wachsmuth. Mitglied von www.corpusweb.net.

SABINA HOLZER (AT) ist Performerin und Autorin. Sie studierte an der Hooge School voor de Kunsten Amsterdam / School for New Dance Developement. Sie arbeitete in Projekten mit Robert Steijn (NL), Fabian Chyle (D), Bilderwerfer (AT), Toxic Dreams (AT), Vera Mantero (PT), Philipp Gehmacher (AT), Lux Flux (AT), Machfeld (AT), Milli Bitterli (AT), Martin Siewert (AT) und Jeroen Peeters (BE). Seit 2007 publiziert sie Texte zu Performance und zeitgenössischem Tanz in unterschiedlichen Medien. Sie unterrichtet in verschiedenen Institutionen (Tanzquartier Wien, ImPulsTanz u.a.) und gestaltet transmediale, kollaborative Settings in der Durchdringung von künstlerischer Praxis und Theorie. Seit 2005 ist sie in enger Zusammenarbeit mit dem bildenden Künstler Jack Hauser. Zusammen entwickeln sie Performances und Interventionen in öffentlichen Räumen, Galerien, Museen und Theatern: Lentos Museum of Modern Art, Linz; WUK; Essl Museum; Hidden Museum; Documenta 13 und University of Visual Arts Vienna und Tanzquartier Wien.

KILIAN JÖRG (DE/AT) arbeitet an den multimedialen Schnittstellen zwischen Philosophie und Kunst. Hierfür bedient er sich des Ausdrucks von Text genauso wie von Installation, Performance und Musik. Er arbeitet als DJ, ist Gründer des Kollektivs philosophy unbound und ist in Wien, Berlin und Brüssel tätig. Sein Hauptforschungsgebiet ist jenes der ökologischen Epistemologie.

So 22.10.17 / 16:00 // THE DANCING MANUSCRIPT / Lecture / Elisabeth Schäfer
Schreiben, leben, schreiben, leben. Hin und her. Schliesst sich das aus? Schliesst sich das ein? Manche behaupten, das Schreiben sei immer Rückzug. Aber wohin und woraus? Mit Papier, Laptop etc. mittendrin. Lebendiger als irgendsonst. Schreibt sich die Zukunft ein: a dancing manuscript.

Elisabeth Schäfer (DE/AT) ist am Philosophie-Institut der Universität Wien tätig, wo sie neben ihrer Arbeit an der Universität für angewandte Kunst seit 2010 unterrichtet. Ihre Forschungs- und Lehrschwerpunkte beinhalten: Dekonstruction, Queer-Feministische Philosophie, Écriture feminine (Trans*Writing), thinking the body, Performance Philosophy. 2014–2017 forschte sie (Postdoc) am Projekt “Artist Philosophers. Philosophy AS Arts-Based research” gefördert vom FWF [AR 275-G21] an der Angewandten, Wien unter der Leitung von Arno Böhler. Ihr derzeitiges Projekt ist: „Trans*Writing. Immanence and Transformation. Towards a Political, Ethical and Aesthetical Theory of Writing as Artistic Research“ (eingereicht unter Elise Richter PEEK/ FWF / [V635]).

Di 24.10.17 / 20:00 // ÜBER DIE OBERFLÄCHENSPANNUNG IN DER KÜNSTLERISCHEN FORSCHUNG: REFLEXION UND INTERFERENZ / Performative Lesung / Mariella Greil
Die Künstlerische Forschung ist möglich, weil die Kunst – in meinem Fall das Choreographische, Tanz und Performance – ein elastisches Verhalten zeigt und einer anderen Dynamik unterliegt als die Künstlerische Produktion oder die Wissenschaft. Sie generiert ein Wissen, das herumlungert, (noch) nichts „Produktives“ zu tun weiß und sich bislang irgendwo untätig aufhält, oder sich in anderen Wegen des Verstehens versucht. Der Metabolismus zwischen künstlerischen und wissenschaftlichen Strategien wird ausgelotet. Oft sind es Unfälle oder Zufälle die Landeplätze für neues Wissen schaffen. Eine Erzählung darüber, wie eine Sprache gesucht, gefunden und wieder verloren geht, und sich daraus eine Epistemologie von Handlungen entspinnt, sich verwebt.

Mariella Greil (AT) studiert am European Dance Development Center an der Hogeschool voor de Kunsten in Arnheim und an der Universität für Musik und darstellende Kunst. Sie arbeitet im Feld von Tanz, Choreographie und künstlerischer Forschung mit dem Fokus auf dem Choreographischen in seiner Erweiterung und Somatischer Praxis als kompositorischer Ansatz. Sie war Key Researcher im künstlerischen Forschungsprojekt Choreographic Figures. Deviations from the Line, 2014–2017, unterstützt vom Wissenschaftsfond FWF/PEEK. Zuvor war sie Associate Researcher beim Forschungsprojekt performance matters in London und Redakteurin von activate – einem peer-reviewed e-journal im Feld von Performance und Creative Research. Neben eigenen Produktionen arbeitete Mariella Greil u.a. mit Boris Charmatz, Lisa Hinterreithner, Sabina Holzer, Barbara Kraus, LIGNA, Jan Machachek, Lilia Mestre, Martina Ruhsam, Doris Stelzer und Meg Stuart. Sie ist für die KünstlerInneninitiative Sweet&Tender Collaborations aktiv und interessiert sich für Formen des Miteinanders. Greil war künstlerische Beraterin und für die Konzeptentwicklung der 5th Dance Education Biennale 2016 verantwortlich. Gemeinsam mit Vera Sander ist sie Herausgeberin des Buches (per)forming feedback (2016) und mit Nikolaus Gansterer und Emma Cocker Mitherausgeberin des Buches Choreographic Figures. Deviations from the Line (2017), einem Hybrid aus Künstlerbuch und Forschungskompendium.

Mi 25.10.17 / 17:15 // Innehalten. Umherziehen. #3 / Walk / Claudia Heu & Axel Brom
Welche noch unbekannten, womöglich auch vergessenen Räume eröffnen sich, wenn wir uns mit der Zeit verbünden und mit dem, was uns die Zeit in die Arme treibt? 
Was kann sich ereignen? Was kann sich begegnen? Was kann entstehen?
Claudia Heu und Axel Brom ziehen seit einigen Wochen durch Wien und üben das Innehalten im Umherziehen. Dazu laden sie Freunde, Kollegen, Bekannte und Unbekannte ein. Die Schar der Weggefährten wächst.
Dies ist eine weitere Einladung.

Besuch jederzeit möglich / Eintritt FREI
Ort: Im_flieger @ SCHUTZHAUS ZUKUNFT auf der Schmelz, 1150 Wien
Öffis: U-Bahn: U3 -> Johnstraße
Bus: 10A oder 12A -> Auf der Schmelz, 48A -> Camillo-Sitte-Gasse,
Bim: 9 -> Guntherstraße
Details, Termine & Informationen, sowie weitere künstlerische Spuren
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Stoffwechsel – Ökologien der Zusammenarbeit ist ein transmediales Forschungsprojekt mit unterschiedlich involvierten Künstler*innen und Theoretiker*innen und experimentiert mit strukturellen und künstlerischen Verschränkungen.